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Nixdorf


Der deutsche Computerpionier


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Zusammen mit einigen anderen Firmen wie Kienzle oder Philips schuf Nixdorf Mitte der 1960er-Jahre Computer für den kaufmännisch/ administrativen Bereich.
Bürocomputer im mittleren Leistungsbereich - z.B. Nixdorf-System 820 - wurden unter dem Begriff »Mittlere Datentechnik« als hauptsächlich deutscher Weg der Datentechnik bekannt.
Ein paar von diesen "Maschinen weltweit", so schätzte Thomas J. Watson im Jahre 1943 den Bedarf an Computern. Aber die Anwendungen gingen schon bald über die ersten militärischen Anwendungszwecke des Kalkulierens von Tabellenwerken und die Berechnung von Geschossbahnen hinaus. Wissenschaftliche Aufgabenstellungen, statistische und kommerzielle Anwendungen kamen hinzu.
Eckert und Mauchly, die Erbauer des ENIAC, brachten 1951 bei Remington Rand die UNIVAC I heraus, den ersten in Serie hergestellten "Computer". Das U.S. Finanzministerium ersetzte damit die bisherigen Lochkarten.
1954 zeigte das Beispiel des LEO in Großbritannien, dass Computer bei der Automatisierung von Büroarbeit sinnvoll eingesetzt werden konnten. In Deutschland lieferte zur gleichen Zeit die Zuse KG den Relaisrechner Z5 an die Optischen Werke Leitz in Wetzlar aus.
Ende der 1950 waren weltweit etwa 8.000 Computersysteme installiert. Es gab noch eine Vielfalt von Unternehmen, die Computer aller Leistungsklassen produzierten. Mit der Einführung des IBM-Systems/360 setzte IBM einen Standard, der praktisch konkurenzlos war. Nur in Marktnischen überlebten Firmen mit speziellen Computeranwendungen.
Nixdorf stellte zusätzlich zur Hardware bedarfsgerechte Software und EDV-Schulungen bereit. Diese "Rundumdienstleistung" sicherte der Firma einen Wettbewerbsvorsprung besonders bei mittelständischen Firmen ohne eigene EDV-Abteilung. Nixdorf war Ende der 1970er-Jahre bei mittleren EDV-Systemen Marktführer auf dem deutschen Markt und stieg in Europa zum viertgrößten Computerkonzern auf.
Heinz Nixdorf gründte 1952 ein Labor für Impulstechnik in Essen. Mit einer Idee zum Bau eines Elektronenrechners, gewann er das Energieversorgungsunternehmen RWE in Essen als ersten Kunden. Dieses stellte Nixdorf einen Arbeitsraum und einen Vorschuss in Höhe von 30.000 DM zur Verfügung. Das junge Unternehmen entwickelte sich schnell zum Zulieferer elektronischer Rechenwerke für bedeutende Büromaschinenhersteller wie die Kölner "Wanderer Werke" und die "Compagnie des Machines Bull" in Paris. Mit der Entwicklung eines frei programmierbaren Kleincomputers 1964 erschloss sich Nixdorf den Markt für Klein- und Mittelbetriebe. Der Erfolg des Systems 820 war so groß, dass er 1967 mit dem Aufbau eines eigenen Vertriebsnetzes begann.
Aufbauend auf das gut ausgebaute Vertriebsnetz der Wanderer-Werke verkaufte Nixdorf seine Rechner unter einem eigenen Namen. 1985 besaß Nixdorf Tochtergesellschaften in 44 Ländern und erzielte mit 23.000 Mitarbeitern weltweit einen Umsatz von 4 Milliarden DM.
Produziert wurde an sieben Standorten in Deutschland, Irland, Spanien, USA und Singapur. Aufgrund des 1988 einsetzenden grundlegenden Wandels in der Elektronikbranche ergab sich 1988, zwei Jahre nach dem Tod von Heinz Nixdorf, die Notwendigkeit, nach einem geeigneten Partner zu suchen. 1990 wurde die "Nixdorf Computer AG" mit dem Bereich Daten- und Informationstechnik der "Siemens AG" in der "Siemens Nixdorf Informationssysteme AG" zusammengefasst.
Nixdorf produzierte ab 1952 elektronische Recheneinheiten für Lochkartenanlagen, die noch mit Röhren bestückt waren. 1964 wurde das Nixdorf 820 System eingeführt. Es war in Preis und Leistung auf Klein- und Mittelbetriebe ausgerichtet. Es besass einen Magnetkernspeicher, integrierte Tastatur und eine Schreibmaschine zur Datenausgabe. 1975 wurde das Magnetplattensystem 8870, das Datensammelsystem 620 zur Datenerfassung am Bildschirm, Computerkassen und ein Bankensystem 8864 vorgestellt. Grundsteine für Nixdorfs Erfolg im Bankengeschäft waren Projekte, wie das mit der Scandinaviska Enskilda-Bank. Schon 1974 ließ sie ihre Filialen mit Hilfe von 1.100 Nixdorf- Terminals landesweit vernetzen. Ab 1978 wurden Kontoauszugsdrucker und Geldausgabeautomaten eingesetzt.
Die COMET-Software führte Nixdorf zu einem der größten Softwarehäuser Deutschlands. COMET- Programme wurden in über 180 Branchen eingesetzt und mehr als 100.000 mal verkauft.
1981 produzierte Nixdorf das digitale Telefonvermittlungssystem DVS 8818.
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